Facebook kauft Instagram

Wie Anfang April diesen Jahres bekannt gegeben wurde, kauft das weltweit bekannteste Soziale Netzwerk Facebook die Fotoplattform Instagram. Nicht wenige Insider waren überrascht, warum Facebook-Gründer Mark Zuckerberg umgerechnet etwa 765 Mio. Euro für den kostenfreien Dienst ausgibt. Sein Erfolgsunternehmen zählt aktuell etwa 850 Millionen User. Sie sollen pro Tag ungefähr 250 Millionen Fotos hochladen. Instagrams 30 Millionen Nutzer brachten bis dato keinen müden Cent.

Viel Skepsis in der Branche

So waren viele Experten skeptisch über das Mega-Angebot von Facebook just zu einem Zeitpunkt, als Instagram eine neue Finanzierungsrunde beendet hatte. Medienberichten zufolge sprach man damals von einer Bewertung im Wert von etwa 500 Millionen Dollar. Gut informierte Kreise gehen davon aus, dass Facebook am Osterwochenende 2012 ein derart verlockendes Angebot macht, dass es die beiden Gründer von Instagram, Kevin Systrom und Mike Krieger, wohl einfach nicht ablehnen konnten. Die Frage nach den Beweggründen für den Deal bleibt jedoch im Raum stehen; Spekulationen gibt es viele, konkrete Fakten kaum.

Hart umkämpfter Markt

Erklärungsversuche drehen sich meist um die Wettbewerbssituation in der Branche: So soll Mark Zuckerberg übereilter Schritt auch darauf zurückzuführen sein, dass Rivalen wie der Internet-Gigant Google und der Kurznachrichtendienst Twitter sich gefährlich an das Erfolgsunternehmen annähern könnten. Diesbezügliche Gerüchte waren wiederholt im Umlauf, Instagram-Boss Systrom hatte aber bis zum Schluss Verkaufsabsichten dementiert.

Marke Instagram soll bestehen bleiben

Instagram ist besonders für Smartphone-User interessant: Auf der Plattform kann man vor allem schnell und einfach Fotos im Freundes- und Bekanntenkreis tauschen. Das Unternehmen kooperiert schon bisher neben Facebook auch mit Twitter und Tumblr und soll bestehen bleiben. Jedenfalls versprach dies Instagram-Mitgründer und -Boss Kevin Systrom in seinem Firmenblog. Nun sollen aber zusammen mit Zuckerbergs Imperium neue Funktionen entwickelt werden.

Knapp vor dem geplanten Börsengang des sozialen Netzwerks ein riskanter Schritt, den der Gigant mit einer Mischung aus Bargeld und eigenen Aktien bewerkstelligte. Facebook arbeitet bereits seit Wochen auf Hochtouren an seinem Börsengang. Brancheninsider rechnen damit, dass dieser zwischen Mai und Frühsommer erfolgen wird und mit einem Erlös von derzeit angepeilten fünf Milliarden Dollar der teuerste jemals von einer Internetfirma sein könnte. Der Ankauf von Instagram soll noch in diesem Quartal abgeschlossen sein.